www.andornverlag.deR1C4

Marrubium vulgare – Gewöhnlicher Andorn, Gemeiner Andorn, Weißer Andorn, volkstümlich u.a. auch Helfkraut, Weißer Dorant, Gotteshilfe, Gottesvergessen, Lungenkraut, Weißleuchtkraut, Marobelkraut genannt.

Andorn ist eine halbstrauchige Pflanze, die bevorzugt auf trockenen Lehmböden in der Umgebung von Dörfern, an Wegen und Mauern wächst.

Andorn ist eine der ältesten bekannten Arzneipflanzen. Bereits im alten Ägypten erkannte man ihre Wirkung zur Heilung von Krankheiten der Atmungsorgane. Diese Erkenntnis und die entsprechende Nutzung der Pflanze ziehen sich durch die ganze Entwicklung bis zur Gegenwart.

Pedanios Dioskurides (1. Jahrhundert), ein griechischer Arzt, schreibt in seinem Werk „De materia medica“, dass die Blätter samt den Samen mit Wasser gekocht oder grün zu Saft gepresst und mit Honig versetzt, Asthma, Husten und Phthisis (Schwindsucht) heilen. Auch beschreibt er den Andornwein als gutes Mittel, den dicken Schleim aus der Brust lösen.

Im Mittelalter bestätigen viele Heilkundige die Wirkung des Andorn.
Der Abt, Arzt und Dichter Walahfrid von der Reichenau (809-849), besingt die Pflanze in seinem „Liber der cultura hortorum“, bekannt als „Hortulus“ folgendermassen: "Zwar brennt es scharf im Munde und sein Geschmack unterscheidet sich sehr von seinem Geruch ….. Er kann jedoch starke Beklemmungen der Brust lindern, wenn man ihn als bitteren Trank zu sich nimmt.“. Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493-1541), bezeichnet Andorn als „die Arznei der Lunge“ und in vielen Kräuterbüchern wird die Pflanze hauptsächlich als Heilmittel gegen die Schwindsucht gerühmt.

Der deutsche Arzt Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836) empfiehlt sogar, den Andorn in die Hausapotheke aufzunehmen.

In der Erfahrungsheilkunde wird Andorn auch bei anderen Erkrankungen empfohlen, z.B. Magen-Darm-Beschwerden, Gallenbeschwerden. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen vor allem das Anwendungsgebiet Atemwegserkrankungen. Die Kommission C (anthroposophische Therapierichtung) und Kommission E (pflanzliche Arzneimittel) des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte haben Bronchialtropfen mit der Indikation „Traditionell angewendet zur Unterstützung der Schleimlösung im Bereich der Atemwege“ und ein Hustenelixier sowie einen Sirup gegen katarrhalische Entzündungen der Atemwege zugelassen.